{"id":180,"date":"2023-04-15T10:36:50","date_gmt":"2023-04-15T10:36:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/?page_id=180"},"modified":"2023-05-24T16:48:50","modified_gmt":"2023-05-24T16:48:50","slug":"mangold","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/pflanzenlisten\/gemuese\/mangold\/","title":{"rendered":"Mangold"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignfull is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"793\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/June_3_Farmers_Market_Harrisonburg_Va._2010_4954061444.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-217 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/June_3_Farmers_Market_Harrisonburg_Va._2010_4954061444.jpeg 793w, https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/June_3_Farmers_Market_Harrisonburg_Va._2010_4954061444-600x775.jpeg 600w, https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/June_3_Farmers_Market_Harrisonburg_Va._2010_4954061444-232x300.jpeg 232w, https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/June_3_Farmers_Market_Harrisonburg_Va._2010_4954061444-768x992.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h6 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#000000\">(<em>Beta vulgaris<\/em>)<\/h6>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberreste der Mangold Pflanzen in Bodenfunden aus arch\u00e4ologischen Ausgrabungen k\u00f6nnen sich nur in Form der Fruchtkn\u00e4uel erhalten. Obwohl die Nachweischancen damit ziemlich gering sind, ist dies doch die einzige M\u00f6glichkeit, etwas \u00fcber die Zeit vor den bildlichen oder schriftlichen \u00dcberlieferungen zu erfahren. Die \u00e4ltesten dieser Fruchtkn\u00e4uel von Mangold und R\u00fcbe stammen aus Deutschland, genauer aus dem r\u00f6mischen Milit\u00e4rlager Novaesium in Neu\u00df am Rhein und aus der r\u00f6mischen Zivilsiedlung des Milit\u00e4rlagers Butzbach im Rhein-Main-Gebiet. Sie haben entweder dem Mangold oder Beta-R\u00fcben angeh\u00f6rt. Aus den Jahrhunderten der V\u00f6lkerwanderungszeit wissen wir nichts \u00fcber diese Pflanzen. Die ersten schriftlichen Nennungen der <em>beta<\/em> Gruppe beginnen im Mittelalter mit Karl d. Gr. und der systematischen Anlage von Klosterg\u00e4rten durch die M\u00f6nche vom 9. Jahrhundert an, besonders der Benediktiner. Danach gibt es zwei Inventare kaiserlicher G\u00e4rten aus dem Jahre 812. Das erste enth\u00e4lt Namen von Blumen, Kr\u00e4utern und Gem\u00fcse, aber keine R\u00fcben (Beta). Das zweite betrifft den Garten des Hofgutes Treola (heute Triel-sur-Seine bei Versailles). Hier werden unter 27 Arten von Kr\u00e4utern und Gem\u00fcse sowie als einziger Blume, der Lilie, auch <em>betas<\/em>, also Mangold oder Rote Bete, genannt. Ebenfalls <em>betas <\/em>werden im Capitulare Karls d. Gr. unter 72 Arten von Kr\u00e4utern, Gem\u00fcse, Fruchtb\u00e4umen und Blumen aufgef\u00fchrt. Im Entwurf zum Klostergarten von St. Gallen\/Schweiz aus dem Jahre 820 finden sich 18 Beete mit Gem\u00fcse und Kr\u00e4utern, darunter eines mit der Bezeichnung <em>betas<\/em>. Da\u00df die beta-Mangold\/R\u00fcben nicht die einzigen R\u00fcben waren, geht z. B. aus dem \u00bbCompendium der Naturwissenschaft\u00ab hervor, das Hrabanus Maurus, der gelehrte Berater Karls d. Gr. verfasst hat. Darin werden <em>rapa<\/em>, <em>napus<\/em> und <em>betas<\/em> genannt. Bei den ersten beiden handelt es sich vermutlich um die Wei\u00dfe R\u00fcbe (<em>brassica rapa<\/em>) und die Steckr\u00fcbe (<em>brassica napus<\/em>). Diese Auflistung von Pflanzennamen in Lateinisch kann jedoch nicht nur auf Deutschland bezogen werden, denn das kulturelle Erbe der Antike, also des klassischen Griechenlands und des R\u00f6mischen Reiches, war noch so dominierend, dass die dort kultivierten n\u00fctzlichen Pflanzenarten auch in die Verzeichnisse und G\u00e4rten n\u00f6rdlich der Alpen aufgenommen wurden. Vom 10. bis 14. Jahrhundert an kamen noch neue Pflanzen durch die hohe Gartenkultur der Araber in Spanien hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00fccher waren handschriftlich. Sie wurden immer wieder abgeschrieben, einschlie\u00dflich des Abmalens der farbigen Bilder. Alle fu\u00dften auf den gro\u00dfen Gelehrten und Schriftstellern der Antike. So wurde z. B. das Buch \u00bbDe Materia media\u00ab (darin der \u00bbCodex\u00ab) des Griechen Dioskorides (etwa 60 n. Chr.), welcher das damalige Wissen aller Arzneipflanzen des Mittelmeerraumes zusammenfa\u00dft, einschlie\u00dflich farbiger Abbildungen, zuerst zwischen 500 und 511 in Konstantinopel kopiert. Von dieser Handschrift , die heute in der Wiener Staatsbibliothek weilt, sind im Laufe des Mittelalters viele Abschriften hergestellt worden, die letzte noch im Jahre 1478 unter weitgehender Ab\u00e4nderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber d\u00fcrfen allerdings nicht die eigenst\u00e4ndigen botanischen Beobachtungen und Niederschriften einzelner bedeutender Naturforscher, wie des Albertus Magnus vergessen werden, auch wenn deren Werke sich in dem oben beschriebenen Rahmen halten, n\u00e4mlich da\u00df der Lebensraum der Pflanzen irgendwo in Mitteleuropa oder im Mittelmeergebiet war.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur engeren lokalen Eingrenzung in Deutschland gibt es Abgabenverzeichnisse von etwa 1300 an. So werden z. B. in einem Verzeichnis aus einem Weistum in Westfalen des Jahres 1344 folgende zu versteuernden Produkte der Bauerng\u00e4rten aufgef\u00fchrt: <em>raban<\/em> (R\u00fcben)<em>, cib\u00f6lle<\/em>, <em>knobloch<\/em>, <em>kabaz<\/em> (Kappes, Wei\u00dfkraut), <em>magsam<\/em> (Mohnsamen), <em>hanf<\/em> und Hanfsam. Dazu kamen nach Hermann Fischer \u00bbf\u00fcr den pers\u00f6nlichen Bedarf noch H\u00fclsenfr\u00fcchte, wie Saubohnen, F\u00e4seln (Gr\u00fcne Bohnen) und Erbsen, Porree, Meerrettich oder Rettiche, je nach Landschaft Melde oder Spinat und schlie\u00dflich noch einige K\u00fcchenkr\u00e4uter\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber erst mit dem Zeitalter der Entdeckungen, im 16. Jahrhundert, als der Buchdruck aufgekommen war, lassen sich viele Pflanzenarten oder Variet\u00e4ten genauer umgrenzen. Das ist schon durch die Abbildungen in den Kr\u00e4uterb\u00fcchern, in Form von Hola schnitten, der Fall. Doch ist die naturgetreue Wiedergabe bei den einzelnen Verlassen solcher Kr\u00e4uterb\u00fccher unterschiedlich. Ein Beispiel f\u00fcr Mangold (Blatt-\/Rippennutzung) stellt der \u00bbR\u00f6mische Mangolt\u00ab von Otto Brunfels (1532) dar (Abb. 49), Alu Mangold ist er erkennbar anhand der verbreiterten Blattstiele und der d\u00fcnnen, verzweigten Wurzel. Im Text geht Brunfels aber nur auf medizinische Wirkungen ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gegen\u00fcberstellung von \u00bbWei\u00dfem Mangolt\u00ab und \u00bbRotr\u00fcben\u00ab stammt erwa aus der gleichen Zeit von Leonhart Fuchs (1543). Es sind zwar bl\u00fchende Pflanzen, an welchen die Unterschiede zwischen Blatt- und R\u00fcbenpflanze nicht mehr so deutlich sind; aber bei der Rotr\u00fcbe ist die Wurzel oben verdickt zu einer l\u00e4nglich-ovalen Knolle.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Beta vulgaris) Die \u00dcberreste der Mangold Pflanzen in Bodenfunden aus arch\u00e4ologischen Ausgrabungen k\u00f6nnen sich nur in Form der Fruchtkn\u00e4uel erhalten. Obwohl die Nachweischancen damit ziemlich gering sind, ist dies doch die einzige M\u00f6glichkeit, etwas \u00fcber die Zeit vor den bildlichen oder schriftlichen \u00dcberlieferungen zu erfahren. Die \u00e4ltesten dieser Fruchtkn\u00e4uel von Mangold und R\u00fcbe stammen aus [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":21,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-180","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/180","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=180"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/180\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":265,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/180\/revisions\/265"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}