{"id":152,"date":"2023-02-15T17:53:18","date_gmt":"2023-02-15T17:53:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/?page_id=152"},"modified":"2023-04-15T10:30:14","modified_gmt":"2023-04-15T10:30:14","slug":"kohl","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/pflanzenlisten\/gemuese\/kohl\/","title":{"rendered":"Kohl"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignfull is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\" style=\"grid-template-columns:31% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Kohl.svg.svg\" alt=\"\" class=\"wp-image-168 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#000000\"><\/h3>\n\n\n\n<p>Nachweise des Kohl aus vorgeschichtlicher Zeit sind nur anhand der Samen und Schoten m\u00f6glich. Aber entsprechende fossile Teile haben sich bisher selten gefunden, und sicher bestimmt werden konnten diese lediglich f\u00fcr zwei nahe Verwandte des Kohls: den wilden R\u00fcbsen (Brassica campestris) und den Schwarzen Senf (Brassica nigra). Vielleicht gelingt es k\u00fcnftig, bei vorgeschichtlichen Siedlungen auch Kohlsamen zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig fr\u00fchen Nachweism\u00f6glichkeiten kann die Sprachforschung beitragen. So haben die keltischen Sprachen drei Wortst\u00e4mme f\u00fcr Kohl: kol oder kal, bresic und kap. Das ist erhalten in den heutigen Worten Kohl, Brassica und Kappes (Kopfkohl).<\/p>\n\n\n\n<p>Erste Nennungen von Kohl stammen aus dem klassischen Altertum des Mittelmeergebietes. F\u00fcr Griechenland berichtet der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos (371-287 v. Chr.) in seiner \u00bbNaturgeschichte der Gew\u00e4chse\u00ab auch \u00fcber die damals in seinem Heimatland angebauten Nutzpflanzen:<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Theophrastus.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-154\" width=\"108\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Theophrastus.jpeg 278w, https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Theophrastus-174x300.jpeg 174w\" sizes=\"auto, (max-width: 108px) 100vw, 108px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbKohl zerf\u00e4llt in drey Arten: kraus-, glattbl\u00e4ttrig und wilde Art, deren Blatt glatt, klein und rund ist, diese \u00fcbrigens reich an Zweigen und Bl\u00e4ttern und deren Saft scharff und arzneylich ist. Daher ihn die \u00c4rzte zur Abf\u00fchrung gebrauchen. Im ganzen hat der krause Kohl gr\u00f6\u00dfere Bl\u00e4tter und bessere S\u00e4fte als der glatte\u00ab<\/p>\n<cite>\u2013 Theophrastos (371-287 v. Chr.)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p>Aus Italien gibt es mehrere ausf\u00fchrliche Beschreibungen von verschiedenen Kohlformen, ihrer Pflege und Verwendung. Cato (235 v. Chr.) bezeichnet den Kohl (<em>brassica<\/em>) als das allerbeste Gem\u00fcse. \u00bbI\u00df ihn gekocht oder roh. Willst du ihn roh essen, so tauche ihn in Essig, dann ist er der Verdauung f\u00f6rderlich und gesund.\u00ab Dann folgen medizinische Anwendungen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die ausf\u00fchrlichste Beschreibung gibt Plinius (23-79 n. Chr.) in seiner Naturgeschichte (Nat. hist. XIX, 8, 41):<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"178\" height=\"238\" src=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Pliny_the_Elder.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-155\"\/><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u00bbDer Kohl (olus, caulis, brassica) spielt bei den R\u00f6mern eine sehr wichtige Rolle&#8230; Man s\u00e4t, pflanzt und schneidet ihn das ganze Jahr. Nach dem Fr\u00fchjahrsschnitt treibt er gleich wieder, und diese Triebe sind noch wohlschmeckender und zarter als die Stengel selbst&#8230; Vorz\u00fcglich wohlschmeckend und gro\u00df wird eine Sorte, die man insbesondere Stengelkohl (caulis) nennt und die man in mehrmals gegrabenen Boden setzt, dann die sich \u00fcber die Erde erhebenden Stengel (cauliculus) beh\u00e4ufelt, sp\u00e4ter abermals das Hervorsprossende beh\u00e4ufelt, so da\u00df immer nur die Spitzen hervorstehen. Dieser hei\u00dft Tritianer Kohl. Bei dem Kumaner schlie\u00dfen die Bl\u00e4tter den Strunk ein, und die Bl\u00e4tterkrone ist breit. Der Aricische w\u00e4chst nicht hoch und hat desto mehr Bl\u00e4tter, je zarter dieselben sind. Man h\u00e4lt diese Sorte f\u00fcr die beste, weil sie fast neben jedem Blatt besondere Sprossen (Seitenzweige) hat. Der Pompejaner w\u00e4chst schlanker. Sein Strunk ist an der Wurzel d\u00fcnn und wird erst zwischen den Bl\u00e4ttern st\u00e4rker&#8230; Der Bruttische hat gro\u00dfe Bl\u00e4tter, einen d\u00fcnnen Strunk, scharfen Geschmack, vertr\u00e4gt aber die K\u00e4lte gut. Die Bl\u00e4tter des Sabellinischen sind wunderlich kraus, er soll von allen am besten schmecken. Der Latuturrische bildet gro\u00dfe Knollen und hat zahllose Bl\u00e4tter. Eine Art Kohl, der an den Seek\u00fcsten w\u00e4chst und halmyridion hei\u00dft, hat die gute Eigenschaft, da\u00df man ihn auf langen Seereisen gr\u00fcn erhalten kann, durch besondere Behandlung.\u00ab<\/p>\n<cite>\u2013 Plinius der \u00c4ltere (23 &#8211; 79)<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<p>Auch vom alexandrinischen Kohl ist an anderer Stelle von Plinius\u2019 Naturgeschichte die Rede. Etwa um die gleiche Zeit schreibt Columella (ca. 50 n. Chr.): \u00bbUm die Zeit der Fr\u00fchlings-Tag- und Nachtgleiche sammelt man Blumenkohl (cyma), Stengelkohl (caulis), zusammen mit anderen wilden und zahmen Pflanzen, darunter solchen, die am Strand oder im K\u00fcstenbereich wachsen, wie Sellerie, Spargel, Wei\u00dfe Zaunr\u00fcbe, M\u00e4usedorn, Strand-Krithmum, Katzenminze, Pastinak und andere. Alle diese Dinge werden in einer Mischung von zwei Dritteln Essig und einem Drittel Salzlake eingemacht.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland stammen die \u00e4ltesten Nachrichten erst aus dem Mittelalter. Diese sind zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert bez\u00fcglich n\u00e4herer Kennzeichnung sehr d\u00fcrftig, wenn auch Kohl niemals fehlt und Bestand eines jeden Nutzgartens war. So enth\u00e4lt der Plan f\u00fcr den Klostergarten von Sankt Gallen aus dem Jahre 820 unter 18 Beeten f\u00fcr Kr\u00e4uter und Gem\u00fcse eines f\u00fcr Kohl (<em>caulas<\/em>). In den verschiedenen weiteren Verzeichnissen z.B. den Capitularien Karls d. Gro\u00dfen wird der Kohl u. a. <em>caulis<\/em> und <em>kappus <\/em>(<em>caputium<\/em>) genannt. Das bedeutet bebl\u00e4tterte Stengelkohle oder Kohlrabi und Kopfkohl, dabei auch Rotkohl.<\/p>\n\n\n\n<p>Die j\u00fcngste unserer Kohlsorten ist der Rosenkohl. Dieser erschien erstmals \u0131m Jahre 1785 in Belgien unter der Bezeichnung Br\u00fcsseler Kohl.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":21,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-152","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=152"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":213,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/152\/revisions\/213"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}