{"id":142,"date":"2023-02-15T12:25:36","date_gmt":"2023-02-15T12:25:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/?page_id=142"},"modified":"2023-04-15T10:29:25","modified_gmt":"2023-04-15T10:29:25","slug":"gurke","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/pflanzenlisten\/gemuese\/gurke\/","title":{"rendered":"Gurke"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignfull is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\" style=\"grid-template-columns:41% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"253\" height=\"770\" src=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Gurken-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-146 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Gurken-2.png 253w, https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Gurken-2-99x300.png 99w\" sizes=\"auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#000000\"><\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist merkw\u00fcrdig, da\u00df im pr\u00e4historischen Indien aus den steinkupferzeitlichen gro\u00dfen St\u00e4dten der Indus-Kultur (wie Harappa, (ca. 2500 v. Chr.)) unter den zahlreichen \u00dcberresten von pflanzlichen Nahrungsmitteln zwar Melonensamen, aber keine Gurken gefunden worden sind. Die \u00e4ltesten Gurkensamen aus arch\u00e4ologischen Ausgrabungen fand man in der assyrischen Stadt Nimrud aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. Diese Stadt lag am Oberlauf des Tigris (heutiger Iran). Hier war bei der Ausgrabung ein mit Abf\u00e4llen zugesch\u00fctteter Brunnen freigelegt worden, in dem sich auch Speisereste fanden: Gerste, Linsen, Weizen sowie Obstkerne von Weinreben, Feigen, Granat\u00e4pfeln und die genannten Gurkensamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im alten Griechenland haben Theophrastos (371-287 v. Chr.) und Dioskorides (1. Jh. n. Chr.) eine Nutzpflanze mit <em>sik\u00fcos<\/em>, <em>sik\u00fcs <\/em>oder <em>sikyon <\/em>bezeichnet. Es sei eine k\u00fchlende Speise. Bei den R\u00f6mern hie\u00dfen entsprechende Fr\u00fcchte <em>cucumis<\/em>. \u00dcber die Pflanze erfahren wir bei nden R\u00f6mern, da\u00df man die Fr\u00fcchte auch in Tongef\u00e4\u00dfen einlegte und zwar mit Weinhefe oder in Salzlake oder in Essig. Von den schriftlichen Verzeichnissen des deutschen Mittelalters werden im Capitulare Karls d. Gr. (um etwa 800) <em>Cucumeres<\/em> genannt. <em>Cucumer<\/em> hei\u00dfen die als Gurken gedeuteten Nutzpflanzen auch bei Albertus Magnus (13. Jh.). In der Physika der hl. Hildegard von Bingen (12. Jh.) wird dieser Name nicht aufgef\u00fchrt. So gro\u00df die Zweifel sein k\u00f6nnen, ob unter <em>Cucumer <\/em>im Mittelalter wirklich Gurken und nicht etwa andere Fr\u00fcchte derselben Pflanzenfamilie verstanden wurden, wie z. B. Melonen oder Flaschenk\u00fcrbisse, so geht doch aus den beiden Holzschnitten von Joachim Camerarius (1586, gedruckt 1626) deutlich hervor, da\u00df Gurken dargestellt sind. Man sieht auf dem l\u0131nken Bild die warzige Oberfl\u00e4che der Fr\u00fcchte, auf dem rechten Bild die sehr lange, schlanke Form. Beide haben kleine Bl\u00fcten, w\u00e4hrend Melonen und K\u00fcrbisse gro\u00dfe Bl\u00fcten besitzen. Fast alle Fundstellen von Samen aus arch\u00e4ologischen Ausgrabungen liegen in Osteuropa und Ostdeutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>In Krakau fanden sich die \u00e4ltesten, schon aus der Zeitspanne zwischen 650 und 950 auf dem Wawelh\u00fcgel. Sie lassen sich dann kontinuierlich bis 1250 verfolgen. In Breslau lagen Gurkensamen in den Schichten des 11. Jahrhunderts. In der Tschechoslowakei sind sie in mehreren Alstadtkernen nachgewiesen worden, wie in Most aus dem 14. Jahrhundert, in Uhersky Brod vom 15. Jahrhundert an. Erst seit dem Zeitalter der Entdeckungen (16. Jh.) haben sich Gurkensamen auch weiter westlich gefunden, bisher nur in Amsterdam. <\/p>\n\n\n\n<p>Emanuel Opravil, der in der Tschechoslowakei viele dieser mittelalterlichen Gurkensamen untersucht hat, bezeichnet die Gurke als ein markantes slawisches Fruchtgem\u00fcse. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"192\" height=\"262\" src=\"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/HEGI_Gustav.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-143\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gustav Hegi<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eAu\u00dfer den Slawen, die heute noch leidenschaftlichen Verehrer der Gurken, wu\u00dften bereits die Lausitzer Wenden (s\u00fcd\u00f6stlich Berlin) die sch\u00f6nsten Fr\u00fcchte auch ohne Mistbeete zu ziehen. Noch heute ist der Spreewald die Gurkenkammer von Berlin. \u00dcberhaupt spielen in Norddeutschland die nach slawischer Sitte in Salz eingelegten\u201a sauren Gurken\u00ab oder in Essig, Meerettichst\u00fcckchen, Pfeffer und Senf eingemachten \u00bbEssig- oder Senfgurken\u00ab als billiges Volksnahrungsmittel namentlich in den hei\u00dfen, in den Gro\u00dfst\u00e4dten ruhigen Sommermonaten eine gro\u00dfe Rolle. Die stille Zeit des Sommers, Juli und August, hat der Volksmund bekanntlich mit dem Namen \u00bbSauregurkenzeit\u00ab belegt. Die \u00bbSauren Gurken\u00ab schmecken infolge einer Milchs\u00e4ureg\u00e4rung sauer, wobei die in Salzwasser sich entwickelnden Milchs\u00e4urebazillen aus dem Zucker der Gurke Milchs\u00e4ure bilden, ohne da\u00df auch nur ein Tropfen Essig dazukommt.&#8220; <\/p>\n<cite>\u2013 <em>Gustav Hegi<\/em> (1876 &#8211; 1932), Schweiz <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Hauptanbaugebiete f\u00fcr Gurken in Deutschland lagen in der ersten H\u00e4lfte unseres Jahrhunderts au\u00dfer im Spreewald bei Berlin um Erfurt, Halle, Naumburg, Quedlinburg und in Schlesien sowie stellenweise in W\u00fcrttemberg (bei Ulm und Stuttgart Untert\u00fcrkheim).<\/p>\n\n\n\n<p>Nach K\u00f6rber-Grohne, Udelgard. <em>Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie<\/em>. Theiss, 1987. S. 304 &#8211; 306<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":21,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-142","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/142","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=142"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/142\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":212,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/142\/revisions\/212"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.wiprechtsgarten.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=142"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}