Gärtnern wie zu Wiprechts Zeiten


Im Jahr 2024 begehen wir 900 Jahre Wiprecht II. (von Groitzsch). Mit Wiprecht II. ist auch der historische Wandel Sachsens von einer randständigen Markgrafschaft zu einem Kurfürstentum inmitten von Europa verbunden. Mit der Gründung des Klosters in Pegau durch Wiprecht II. verstärkte sich auch die Auseinandersetzungen von weltlichen Herrschaft der Burgen und Städte mit der geistlichen Herrschaft der Klöster. Damit einher geht aber auch der Wandel vom Burg- zum Klostergarten. Andere Gärten wie der Gemüsegarten der Bauern oder der Stadtgarten bestanden selbstverständlich auch.

Welche Gärten gab es in Groitzsch oder in der Zeit des 12. Jahrhunderts in Sachsen? Und welche Pflanzen standen damals in den Gärten? Wie ernährte der Garten die Menschen in Groitzsch? Welche Speisen aß man?

Um diese Fragen zu beantworten, werden wir uns die Gartenpraktiken in Groitzsch und Sachsen im 12 Jahrhundert anschauen. Zu Wiprechts Zeiten war der Gemüsegarten ein fester Bestandteil der Lebensweise vieler Bürger Sachsens, vor allem in Stadt- oder Klostergärten. Der Gemüsegarten versorgte die Menschen mit verschiedenen Kohlsorten, Lauch und Spinat sowie mit Knoblauch und Koriander für den täglichen Bedarf an Vitamin C-reicher Nahrung. Außerdem gab es Obstbäume wie Apfel-, Birnen-, Pfirsich- oder Kirschbäume und Beerensträucher mit Stachelbeeren, Himbeeren, Brombeeren usw., die als Nachspeise gegessen wurden….

Auch in der Gartengestaltung spiegelte sich das natürliche Erbe wider: In Burgund legte man Heckengärten an, um die Pflanzen vor dem Wind zu schützen; andernorts pflanzte man Rosenhecken um den Klosterhof; manche legten Blumenrabatten an, um die Farben zur Geltung zu bringen; außerdem legte man Kräutergärten an, die speziell für medizinische Zwecke genutzt wurden. Alles in allem trug der Garten nicht nur dazu bei, den Menschen zu ernähren, sondern auch seine Seele zu beruhigen, indem er Ruhe bot.

Dem Thema „Gärtnern wie zu Wiprechts Zeiten“ widmen sich in den nächsten Jahren der Naturfreunde- und Heimatverein Groitzsch ev., der NABU Südraum Leipzig, der Bürgerverein Stadtmühle Groitzsch e.V., Sektion Weinfreunde, die Fabelwerkstatt und die Motormühle. Wir laden zum Mitmachen ein.


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